Online Shopping – Siegte die Faulheit oder das Konzept?

Bevor wir über die Vor- und Nachteile von E-Commerce sprechen, schauen wir uns die Zahlen an: Online-Shopping boomt. Der Anteil der über das Internet getätigten Einkäufe am gesamten Einzelhandel steigen. Damit steigen die online erwirtschafteten Erlöse auch. Laut invesp wird der Anteil des Onlinehandels am gesamten Einzelhandel von 7,4% in 2016 auf 8.8% in 2018 steigen. Den höchsten Anteil an E-Commerce hat dabei Großbritannien mit einem Anteil von 18%. Deutschland liegt auf dem siebten Platz, mit einem errechneten E-Commerce Anteil von 11,2% (2016: 9,4%). Der weltweit zu erwartende Umsatz im Online-Handel wird 2018 Berechnungen zu Folge 2,489 Billionen US-Dollar betragen.

Doch woran liegt das? Sind wir einfach zu faul? Ist es einfach zu aufwendig das nächste Geschäft aufzusuchen, ins Einkaufszentrum oder die Innenstadt zu fahren? Haben wir zu wenig Zeit oder ist Online-Shopping einfach das überlegenere Konzept? Einkäufe im Internet zu erledigen bietet viele Möglichkeiten, die uns das Leben scheinbar erleichtern. Wir sparen uns den Weg in die gefühlt überfüllten Einkaufsstraßen und können unabhängig von Öffnungszeiten, Busfahrplänen, Parkplatzsuchen, limitierter Auswahl und dem Wetter gemütlich von der Couch aus nach Lust und Laune shoppen. Wir können aus hunderten, wenn nicht tausenden Geschäften wählen, Angebote von allen WettbewerberInnen miteinander vergleichen und das günstigste, schickste, oder praktischste Produkt wählen. Dieses wird innerhalb weniger Tage bequem nach Hause geliefert – und wenn das neue paar Schuhe oder der stylische Pullover doch nicht passen, können diese meist ganz einfach und kostenfrei wieder zurückgeschickt werden.

Die ganze Shoppingwelt per Mausklick zur Verfügung zu haben birgt allerdings auch Risiken. Einem Artikel von Spiegel Online zu Folge ist jede/r zwanzigste Deutsche kaufsuchtgefährdet oder sogar kaufsüchtig. Dabei senkt das „ungesehene“ und schnelle Einkaufen im Internet die Hemmschwelle sich in einen Rausch zu shoppen. Das Gefühl für die eingekauften Waren und ausgegeben Geldmengen sinkt, schlimmstenfalls droht der finanzielle Bankrott und ein entfesselter, wenig nachhaltiger Konsum um des Konsumierens Willen. Die oftmals gegebene Möglichkeit unbegrenzter Retouren hat unter anderem durch den hohen Verbrauch an Verpackungsmaterial und einem großen Transportbedarf negative Folgen für die Umwelt. Außerdem verändert die Konkurrenz aus dem Internet unsere Innenstädte: Viele Geschäfte müssen durch den Wegfall ihrer KundInnen schließen.

Letztendlich ist Einkaufen jedoch vor allem eine Typfrage. Manche ziehen Interaktionen mit FachverkäuferInnen dem „ungestörten“ Einkaufen im Internet vor. Andere wiederum verlassen sich beispielsweise lieber auf die Meinung des/der BuchhändlerIn ihres Vertrauens als den Bewertungen anderer LeserInnen im Onlinehandel. Manche probieren das neue Lieblingsshirt lieber im Laden an, manche ohne Anstehen an den Umkleidekabinen zu Hause – und schicken die unpassenden Shirts einfach zurück.

Während dieser Artikel deutlich zu kurz ist um alle negativen oder positiven Aspekte von E-Commerce ausführlich zu diskutieren, kann er als Denkanstoß dienen, dein eigenes Kaufverhalten kritisch zu hinterfragen. Mit jedem Einkauf triffst du eine Wahl. Welche Wahl das ist, liegt ganz bei dir.